22. September, 2008...10:07

Ideologiekritik

Zu den Kommentaren

Elisabeth Schüssler Fiorenza argumentiert, „dass weder die Rede von patriachalen G*tt noch die matriachaler Göttin, weder das Muskuline noch das Feminine, weder die Rede von göttlicher Vaterschaft noch die komplementärer Mutterschaft fähig ist, von G*tt adäquat zu sprechen. Vielmehr sind alle kyriarchalen Symbole – Männlichkeit und Weiblichkeit, helle und dunkle Hautfarbe, Herr-schaft und Unterordnung, Wohlstand und Ausbeutung, Nationalismus und Kolonialismus – in einer permanenten feministischen Ideologiekritik sorgfältig auszutesten. Eine kritisch feministische Befreiungstheologie darf sich weder nach der etablierten Dogmatik noch nach den kulturellen Herr-schafts- und Sprachsystemen richten. Sie muss vielmehr versuchen, sowohl die negativen wie auch die positiven G*tteserfahrungen von Frauen kritisch zu benennen und zu reflektieren. Deshalb ist es nötig, eine permanente kritisch-theologische Selbstreflexivität zu kultivieren, die einerseits fähig ist, das Reden von G*tt zu verwerfen, das die hierachisch Männlichkeit oder einen Idealtyp von Weiblichkeit als g*ttlich behauptet und damit das kulturelle Sex/Gender System des Westens in den Himmel hinein projiziert“.

Quelle: Elisabeth Schüssler Fiorenza, Grenzen überschreiten, Der theoretische Anspruch feministischer Theologie, Münster 2004

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